Wendelinskapelle Wil

St. Wendelinskapelle Wil

 

Dieses schmucke Kleinod wurde im Jahre 1697 erbaut. Der Bauernheilige St. Wendelin ist hier dargestellt. Seine Verehrung als Schutzpatron des Viehs erlebte um 1500 und im 18. Jahrhundert die Blütezeit. Als seine Attribute gab ihm der Künstler Schaufelstab, Hirtentasche und ein naiv aufblickendes Kühlein. Eine besondere Kostbarkeit besitzt die Kapelle mit dem aus Holz geschnitzten und farbig gefassten Vesperbild oder Pietà in der Mittelnische des Altars. Die Kapelle steht heute unter Denkmalschutz und wurde vor kurzem restauriert.

 

Quelle: Bauinventar Kt. Aargau

dpag.scope.ch/dpag/detail.aspx

Innenraum mit Stukkaturen
Stukkaturen

Bau- und Nutzungsgeschichte

Beschreibung:  Kleiner spätbarocker, einachsiger Bau mit dreiseitigem Chorschluss; Dachreiter mit Zwiebel; markantes pultförmiges Vordach auf gefasten Vierkant-Holzsäulen auf Steinsockel, Rundbogenportal; Eckquader. Durchgehende flache Decke mit Hohlkehle, reiche Stukkature (wahrscheinlich von Joh. Schnopp, vgl. Mettau), qualitätvoller Altar mit luftigem Aufbau, in den Durchbrüchen gleichzeitige Figuren, in der zentralen Nische spätgotisches Vesperbild (2. Hälfte 15. Jh.); im Westen gerade Empore.

Der kleine Saalraum weist einen polygonalen Chorabschluss auf, die Empore, an der drei Medaillons an der Brüstung und eines an der Decke unter der Empore angebracht sind, kragt weit gegen Osten vor. 1775 wurde der Deckenstuck angebracht. Er besteht aus einem ovalen ausschweifenden Medaillon im Schiff, und einem weiteren, das etwas kleiner und quer dazu im Chor stuckiert wurde. Sie werden von sehr dichten geriffelten Rocaillen und Blumenranken umgeben, die bis in die Hohlkehle hinabreichen. Dazwischen befinden sich grosse Kartuschen, die aus der Hohlkehle emporwachsen und gegen Mittelmedaillon hin auslaufen. Daraus wachsen kurz- und langblättrige Ranken. Der Verputz der Kartuschen-Innenflächen ist z. T. aufgeraut.

An den Längswänden hängen je zwei Evangelistenporträts, die von Stuckrahmen umgeben werden, aus denen Rocaillen emporwachsen. Oberhalb der Fensterrundbögen befindet sich jeweils auch ein bescheidenes Stuckornament.