Bruderklausenkapelle Etzgen

Bruderklausen-Kapelle Etzgen

Das Gelöbnis der Pfarrei Mettau 
Seit Ausbruch des 2. Weltkrieges am 2. Sept.1939 war auch das Mettauertal vollständig mit Soldaten der Grenzwache belegt. Wie eine Sphinx schaute unser Nachbarland im Winter 1939/40 – Polen war bereits gefallen – in scheinbarer Ruhe nach Ost und West und besonders argwöhnisch auch zu uns herüber. Was wird der nächste Frühling bringen? Wo wird der nächste Grossangriff ansetzen? Fragen und bange Erwartungen ergriffen die Herzen.

In Häusern und Kirchen wurde eifrig gebetet, während die Soldaten an der Grenze wachten und alle Bewegungen unserer kriegerischen Nachbarn im Norden aufmerksam verfolgten.

Am Silvester 1939, ein Sonntag, hielt der Pfarrer Dr. F. A. Sigrist wie üblich die Predigt zum Danksonntag. Am Ende seiner Ausführungen forderte er die Pfarrei auf, in dieser Zeit von grösster Anspannung und Angst etwas ausserordentliches zu wagen! Sofern die zum Gottesdienst versammelten im Namen der ganzen Pfarrei ein Gelöbnis ablegen wollen, so möchten sich alle von den Sitzen erheben und ihm folgende Gelöbnisformel nachsprechen:

Seliger Bruder Klaus
Wir geloben, 
wenn unser Land auf Deine Fürbitte hin vom Kriege verschont bleibt, Dir zu Ehren eine Kapelle zu bauen. Bitte für uns am Throne Gottes! Schütze uns mit Deiner mächtigen Fürbitte! Segne unser ganzes, liebes Schweizerland! 


Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelöbnis der Pfarrei Mettau eingelöst und die Bruderklausenkapelle am 28. August 1949 feierlich eingeweiht. Dieser 28. August war genau der 10. Jahrestag an dem die Glocken der Kirchen der Grenzgemeinden die Grenzschutz-Truppen alarmierten, die zum Schutze der Nordgrenze aufgeboten wurden. 

Es kommt anders als man denkt
Des Pfarrers ursprüngliche Idee war, die gelobte Kapelle zu Ehren des Bruder Klaus an dem Orte zu bauen, wo sie früher stand: Im Weiler „Oedenholz“. Mittlerweile interessierte sich Cesare Perlini aus Etzgen für den Bau der Kapelle und besprach sich mit dem Bischof von Basel. Er fragte ihn an, ob dem Gelöbnis Genüge getan sei, wenn die Kapelle nicht auf Oedenholz, sondern im Dorfe Etzgen erstellt werde. Der Bischof gab zur Antwort, das Gelöbnis sei erfüllt, sofern die zu erbauende Kapelle im Bereiche der Pfarrei Mettau erstehe.

Im Jahre 1945 schenkten die Geschwister Hulda und Hermina Leber von Etzgen der Kirchgemeinde Mettau ein Stück Land – über dem Bahnhof Etzgen – bestehend aus 55,53 Aren Acker mit folgenden Bedingungen: (Auszug aus dem Schenkungsvertrag)

Das Grundstück darf nur verwendet werden für den Bau einer Kapelle zu Ehren des sel. Bruder Klaus, zur Feier von Gottesdiensten im Freien und zur Errichtung eines Hauses für einen Geistlichen oder einer geistlichen Genossenschaft.

Bruder Klaus – der am 15. Mai 1947 durch Papst Pius XII heilig gesprochen wurde - hat sichtlich selber den Standort der Kapelle ausgewählt. Es ist ein wunderbarer Platz direkt über dem Rhein mit einer Rundsicht, die ihresgleichen sucht. Solche Schenkungen übersteigen die Zeiten eines kurzen Menschenlebens!

Wichtige Daten in der Kapellenbaugeschichte

1. Oktober 1944 
Pfarramtliche Besprechung mit 18 Männern der Pfarrei Mettau, Abklärung der Verantwortungsfrage bertr. Einlösung des Pfarrei-Gelöbnisses, Bestellung einer engeren Baukommission.  

6. Oktober 1947
Gründung des Bruderklausenkapellenvereins Mettauertal mit Sitz in Etzgen. Genehmigung der Statuten. Wahl des Architekten W. Bosshart zur Ausführung der Baupläne und späteren Bauausführung. 

14. März 1948
Abtretung des Bauplatzes seitens der Kirchgemeinde Mettau an den neu gegründeter Kapellenbauverein Mettauertal 

21. Juli 1948
Baubeginn mit Spatenstich durch den Pfarrer von Mettau und Segnung des Grundstücks. 

3. Oktober 1948
Grundsteinlegung durch Franziskus von Streng, Bischof von Basel und Lugano, unter der Assistenz von Domherr Binder, Solothurn, und Dekan Jos. Schmid, Laufenburg, in Gegenwart von zahlreichen Geistlichen und der Bevölkerung vom Mettauertal. 

14. Mai 1949
Aufrichtung von Giebel und Turm 

10. August 1949
Setzung des Altars aus Oberhöfner Schilfsandstein 

27./28. August 1949 (10 Jahre nach Kriegsausbruch)
Feierliche Glocken- und Kapellenweihe

 

http://www.bruderklausen.ch/

Bilder zur Kapelle

Aussenansicht
Innenansicht
Altarbild
Bleiglasfenster